Schüler*innen machen Schule

Schule von Schüler*innen gestaltet

Auf einen Blick

Art

Projekttag

Thema

Verantwortung

Gruppengröße

gesamte Schule

Altersstufe

Sek II

Idee

Schule Neuruppin

Aufwand

hoch

Projekttag

Verantwortung

gesamte Schule

Sek II

Schule Neuruppin

hoch

Deshalb evangelisch:

Das Schaffen von Freiraum zur Verantwortungsübernahme kommt in diesem Projekt besonders zum Tragen. Schüler*innen aus der gymnasialen Oberstufe übernehmen Verantwortung für das gemeinschaftliche Lernen, indem sie ihre Mitschüler*innen aus der Grundschule und der Sekundarstufe I unterrichten. Die Selbstwahrnehmung und Selbstwirksamkeit wird stark gefördert und hat eine Strahlkraft für die Schulgemeinschaft über das Projekt hinaus.

Allgemein

Am vorletzten Tag vor den Weihnachtsferien tauchen alle Schüler*innen des 11. Jahrgangs in die Welt der Lehrkräfte ein und übernehmen sämtliche in der Schule anfallenden Aufgaben. Von den Lehrkräften über die Schulleiterin, auch die Sekretärinnen bis hin zu den Hausmeistern – alle Funktionsbereiche innerhalb der Schule werden durch die Schüler*innen aus dem 11. Jahrgang ersetzt. Ziel ist es, dass an diesem Tag der geltende Stundenplan bestehen bleibt und so der Unterricht und die innerschulischen Abläufe von der 1. bis zur 6. Stunde abgedeckt werden können.

Planung

Die Gesamtverantwortung für den Unterrichtstag übernimmt die Schulleitung. Das Projekt ist im Schulprogramm verankert.

Die Klassenlehrer*innen stimmen ihre Klassen auf den Tag ein. Der 11. Jahrgang wird zu Beginn des Schuljahres über das Projekt informiert. Anschließend erfolgt eine Selbstorganisation innerhalb des Jahrgangs, wer welche Fächer und Schwerpunkte unterrichten möchte oder wer welche Positionen übernimmt. Dabei können auch Fachkonferenzen oder Jahrgangsteams gebildet werden. Diese Selbstorganisation muss unterstützt werden. Dafür räumen die Tutor*innen in den wöchentlichen Tutorenstunden Zeit ein. Die Fachlehrkräfte stehen für inhaltliche Rückfragen zu den Fachstunden zur Verfügung. Die Schulleitung, die Stufenkoordinator*innen, die technischen Mitarbeiter*innen im Sekretariat und der Küche sowie die Klassenlehrer*innen beraten im Hinblick auf organisatorische Abläufe.

Formal soll der Stundenplan bestehen bleiben. Es soll aber auch die Motivation gegeben werden, aktiv eigene Schwerpunkte und Formate durch die Schüler*innen einbringen zu lassen. Es folgt dabei alles dem Prinzip der Selbstorganisation: Die Schüler*innen müssen eigenständig Verantwortung für den Tag übernehmen und sich dementsprechend selbstständig Gedanken über die Planung und Umsetzung machen.

Zur Unterstützung können auch Hospitationen der Schüler*innen in den zu betreuenden Klassen angeboten werden.

Material und Ressourcen
  • Material und Ressourcen sind abhängig von den Unterrichtsformaten.
  • Für eine erste Planung sollte ausreichend Zeit, vor allem auch ein zeitlicher Vorlauf zum Schüler*innen machen Schule-Tag, eingeplant werden.
  • Die Vorbereitung auf den besonderen Schultag ist für die Schüler*innen des 11. Jahrgangs Unterricht in besonderer Form. Es bietet sich an, ihnen gewohnte Zeiträume zu geben, um sich zu organisieren und abzusprechen.
Beschreibung der Durchführung
  • Schüler*innen der 11. Klasse ordnen sich als Tandem entsprechend ihrer fachlichen Interessen und pädagogischen Motivation den Klassen und Kursen der GS und SEK I zu.
  • Eine inhaltliche Vorbereitung von „Lehr-Schüler*innen“ durch Kontakt mit den regulären Fachlehrer*innen ist möglich.
  • Ein Hospitationstag ca. 14 Tage vor dem Projekttag ist möglich.
  • Ein Verlaufsplan wird entwickelt und Unterrichtsmaterial ausgewählt.
  • Die Schüler-Schulleitung wird bestimmt, die  Koordination des Ablaufs und die Übersicht über den Tag erfolgt.
  • Einsatzpläne für den Unterricht werden erstellt.
  • Pausen- und Essensaufsichten werden geklärt.
  • Ein Reserve- und Vertretungsplan wird abgestimmt.
  • Die symbolische Übergabe des Schulschlüssels und das Bereitstellen des Büros erfolgt.
  • Lehrkräfte und Schulleitung befinden sich nicht im Gebäude (Fortbildungstag außerhalb).
  • Durch die Fachlehrkräfte und die Klassenlehrkräfte finden Nachbereitung und Feedback statt: Wichtige Hinweise, die an den Jahrgang danach vermittelt werden können, werden gesammelt.
  • Feedback durch die Klassen: Schüler*innen kommen nach einer Zeit noch einmal bei den Klassen vorbei und bekommen Feedback von der Klasse zur Stunde.
    • Die Stunde wird zunächst innerhalb der Klasse reflektiert und ausgewertet.
    • Die Schüler*innen aus dem 11. Jahrgang werten im Tutorium den Tag aus.
  • Das Kollegium der Schule nutzt den Tag für Fortbildungen: wirklich außer Haus.
Anwendungsgebiet

An einem bestimmten Tag im Schuljahr.

Worauf muss ich achten?
  • Gerade in den ersten Durchgängen des Projekts kann eine stärkere Steuerung notwendig sein, die nach und nach aufgelöst werden kann.
  • Die Schulleitung oder ein*e von ihr beauftragte*r Mitarbeiter*in muss telefonisch erreichbar sein.
  • Die Schüler*innen beschäftigen sich langfristig mit dem Konzept.
  • Vertrauen zu den Schüler*innen ist wichtig.
  • Die Bindung der Schüler*innen der Oberstufe untereinander muss begleitet und gefördert werden.
  • Das Projekt hat eine Strahlkraft über den Tag hinaus: Einbindung der Oberstufe in andere Projekte mit den kleineren Schüler*innen, Begleitung zu Wandertagen bis hin zum Vertretungsunterricht durch ältere Schüler*innen.
Zielgruppe
  • durchführende Schüler*innen: Oberstufe
  • partizipierende Schüler*innen: ganze Schulgemeinschaft
Quellenangabe / Herkunft

Evangelische Schule Neuruppin