Barcamp Religion

Partizipativ, selbstwirksam, frei

Auf einen Blick

Art

Projekttag

Thema

Partizipation, Religion

Gruppengröße

Stufe

Altersstufe

Sek II

Idee

Graues Kloster

Aufwand

mittel

Projekttag

Partizipation, Religion

Stufe

Sek II

Graues Kloster

mittel

Deshalb evangelisch:

In selbstgestalteten Sessions teilen, diskutieren und reflektieren Schüler*innen Fragen, Erfahrungen und Positionen zu Religion, Ethik und Gesellschaft.

Allgemein

Das „Barcamp Religion“ ist ein offenes, partizipatives Lernformat für die Oberstufe. Schüler*innen entwickeln und leiten 60‑minütige Sessions zu selbstgewählten Themen mit Religionsbezug (z. B. Theologie/Philosophie, Religion & Gesellschaft, Interreligiosität, Spiritualität, Medien). In zwei Session‑Slots laufen parallel mehrere Angebote; am Ende macht ein Gallery‑Walk die Ergebnisse sichtbar. Der Jahrgangsmix ermöglicht Peer‑Learning (z. B. 12. Klassen präsentieren 5. PK‑Prozesse, 11. Klassen geben Feedback). Aktiv gefördert werden u. a. Selbstwirksamkeit, Verantwortung, Diskurs‑ und Urteilskompetenz, Methoden‑ und Medienkompetenz sowie die Gestaltung von Schulkultur.

Planung

Für die Umsetzung begleitet eine Projektgruppe aus drei bis vier Lehrkräften den gesamten Prozess: von der ersten Idee bis zur Durchführung am Tag selbst. Zu Beginn wird das Format in mehreren Oberstufenkursen vorgestellt, um Rückmeldungen einzuholen und die Perspektiven der Schüler*innen einzubeziehen. Aus diesen Gesprächen entstehen erste Themenideen sowie eine erste Liste von Verantwortlichen, die eine Session hosten möchten. Ergänzend werden gezielt Schülerinnen angesprochen – etwa solche, die ihre 5. PK erproben oder präsentieren wollen. Parallel wird in allen Oberstufenkursen für das Barcamp geworben, um Reichweite und Beteiligung zu sichern.

Die Gruppengrößen werden im Sinne der Arbeitsqualität auf etwa zehn Teilnehmende pro Session begrenzt. Daraus leitet sich die notwendige Anzahl paralleler Sessions ab; am Grauen Kloster wurden insgesamt 12 bis 14 Sessions organisiert. Damit die Vorbereitung nicht in die Freizeit verlagert wird, nutzen die Hosts Unterrichtszeiten in Religion, Geschichte oder Politik. Die Steuergruppe steht in dieser Phase beratend zur Seite – sowohl inhaltlich (Fragestellungen, Quellenarbeit) als auch methodisch (Moderation, Ablauf).

Rund eine Woche vor dem Barcamp werden die finalen Themen gesammelt, übersichtlich veröffentlicht (z. B. am Schwarzen Brett) und für die Voranmeldung freigeschaltet. Die Anwahl im Vorfeld entlastet den Veranstaltungstag und sorgt für klare Gruppengrößen. Um den Fokus auf Inhalte statt Personen zu legen, bleiben die Namen der Hosts bei der Veröffentlichung zunächst unsichtbar. Wer sich verspätet oder kurzfristig entscheidet, kann sich am Tag selbst noch eintragen.

Logistik, Material & Ressourcen
  • Räume planen (Aula + ca. 12 Sessionräume), klare Beschilderung
  • Ergebnis- und Doku-Workflow festlegen: Pro Session wurde ein Flipchart mit der Fragestellung, den wichtigsten Gedanken und Erkenntnissen sowie Fragen zur Weiterarbeit angefertigt. Die Ergebnissicherung hat das primäre Ziel den Arbeitsprozess zu stützen. Nachstehend war das Sichtbarmachen für alle Beteiligten.
  • Technik: Beamer/Boxen nach Bedarf, Timer (Handy), digitale Tafeln in den Räumen
  • Material (vorgepackt pro Raum): Flipcharts/Packpapier, Marker, Post-its, Tape, Moderationsmaterial
Das Barcamp
Tagestruktur
  • 9:00 bis 9:30 Take off
    Einführung in den Tag
    Code of Conduct
    Vorstellung des Sessions durch die Hosts (45 Sekunden pro Session)
    Erklärung der Ergebnissicherung
  • 9:30 bis 10:45: Erste Sessionrunde
    flexible Zeiten zwischen 60 und 75 min.
  • 11:00 bis 12:15 Zweite Sessionrunde
    flexible Zeiten zwischen 60 und 75 min.
  • 12:30 bis 13:15: Take away/ Abschluss
    Gallerywalk zu den Ergebnissen
    Feedback in Kleingruppen
    Abschluss im Plenum

Im Take‑off wird das Grundprinzip des Barcamps vermittelt: Die Schüler*innen tragen Verantwortung und haben Freiheit in der Gestaltung ihrer Themen und Sessions. Damit verbunden ist aber auch eine Absprache eines Code of Conducts (Verhaltensregeln). Vier Lehrkräfte sind anwesend, nehmen punktuell teil und stehen für Fragen sowie bei Problemen zur Verfügung.

Die Sessionzeiten wurden flexibel geplant, um den unterschiedlichen Formaten und Themen der Sessions Rechnung zu tragen.

Der Gallery‑Walk macht Ergebnisse und Themen sichtbar und bringt die Schüler*innen in den Austausch über das Erlebte.

Das Feedback in Kleingruppen folgt der Start-Stop-Contune-Methode:
Start: Was soll eingeführt werden? Was braucht es noch?
Stop: Was soll aufhören? Was braucht es nicht?
Continue: Was soll beibehalten werden?

Den Abschluss bildet ein kurzes Plenum, in dem zentrale Gedanken und Ausblicke geteilt werden.

Hinweise zu Themen und Formaten:
  • Mögliche Themencluster: Religion & Gesellschaft; Ethik & Gegenwart (KI, Klima, Krieg/Frieden); Spiritualität & Alltag; Interreligiöser Dialog; Religion in Medien/Kultur; Theologie/Philosophie (Theodizee, Wissenschaft & Glaube); Schule & Praxis (Andacht, Raum der Stille).
  • Mögliche Formate: 5. PK-Vorstellung; Diskussionsrunde; Methodenworkshop (Recherchieren, gute Fragestellungen); Think-Tank für evangelische Schulkultur; Text-/Lied-/Videoanalyse; offenes Gespräch über Glauben; Achtsamkeit/Meditation; Fastenzeit; Meme-Analyse zu Religion.
  • Konkrete Themen (Auswahl):
    • Christfluencer und Tradwives: Eine theologisch fundierte Auslegung der Bibel oder ideologische Verzerrung?
    • Mega churches: Innovatives Kirchenkonzept des modernen Glaubens oder Inszenierung eines religiösen Freizeitparks mit Gewinnabsichten?
    • Welchen Einfluss hat Religion auf den Israel-Palästina Konflikt: Verschärft sie ihn oder bietet sie auch Lösungsansätze?`
    • Hat Fußball religiöse Strukturen? Wo endet Sport, wo beginnt Glaube?
    • War Jesus Sozialist? Wie nahe kommt Jesu Haltung zum Besitz der sozialistischen Kritik am Privateigentum?
    • Das Verbot des Staats-Shinto in Japan 1945: Notwendige Maßnahme zur Demokratisierung oder unzulässiger Eingriff in die religiöse Tradition und kulturelle Autonomie?
    • Kontroverse Künstler: Kann man Künstler und Werk getrennt betrachten?
    • Inwieweit ist die Religionskritik von Karl Marx heute noch aktuell?
    • Wie lassen sich Patente auf Medikamente mit dem Recht auf Leben in Ländern mit niedrigem Einkommen vereinbaren?
Anwendungsgebiet

Format für die Oberstufe im Rahmen des Religionsprojekttags der Schule: https://www.werkbuch-evangelisch.de/projekte/religionsprojekttag/

Das ist wichtig:
  • Ausreichend vorbereitete Hosts: Frühzeitig 12–14 feste Sessions absichern; Ideenskizzen im Unterricht begleiten.
  • Gute Mischung der Themen und Formate: Theorie, Praxis, Reflexion; Jahrgangsmix bewusst fördern.
  • Zeitdisziplin: Strikter Beginn/Wechsel; Timekeeper benennen; sichtbare Timer nutzen.
  • Schutz & Miteinander: Code of Conduct ernst nehmen; Safeguarding-Ansprechperson benennen.
  • Sichtbarkeit der Ergebnisse: Gallery-Walk planen; ggf. Ausstellung/Beitrag zur Schulhomepage.
Idee:

Evangelisches Gymnasium zum Grauen Kloster